Jubiläumstag für die Freiwillige und Jugendfeuerwehr Wellingsbüttel: Zum 25. Mal luden sie zur Nachtwanderung ins Alstertal ein. Und der Einladung gefolgt sind in diesem Jahr so viele Gruppen wie noch nie.

Die Nachtwanderung der aktiven Jugendwehren zählt schon seit einigen Jahren zu einem nicht mehr wegzudenkenden Wettbewerb für die gesamte Jugendfeuerwehr Hamburg. Und sie ist mittlerweile deutlich mehr als ein bloßer Wettbewerb. Sie ist eine eigene Institution geworden, die die schönsten Facetten der Jugendarbeit offenlegt. Bei der Nachtwanderung zählen  Werte wie Gemeinschaft, Toleranz, Selbstverwirklichung, Respekt und Unterstützung anderer, insbesondere der Schwächeren. Auf einer rund fünf Kilometer langen Route – welche von Jahr zu Jahr variiert – wandern die teilnehmenden Gruppen separat bis in die späten Abendstunden durch das Alstertal. In regelmäßigen Abständen erreichen sie dabei verschiedene  Stationen, an welchen es unterschiedlichste Aufgaben zu lösen gilt. Dazu zählen sportliche Disziplinen, spielerische und geistige Aufgaben sowie praktische Übungen mit Feuerwehr- Bezug. Die Kids zeigen also jedes Jahr auch, was sie in ihren jungen Jahren schon an Erster Hilfe auf dem Kasten haben, um im Ernstfall denen zu helfen, die sich nicht selbst helfen  können. Die einzelnen Disziplinen erfordern stets den Teamgeist, da nur gemeinsam eine möglichst hohe Punktzahl erreicht und so der Weg zum Pokal gepflastert werden kann. Von den  teilnehmenden Kindern und Jugendlichen werden sie unter Wettbewerbsbedingungen von Station zu Station auf verschiedene Weise abgefordert. Der Spaß an der Sache bleibt dabei nie auf der Strecke, ganz im Gegenteil sogar. Und auch wenn das Siegertreppchen auch bei dieser Veranstaltung am Ende nur drei Plätze hat, ist dabei sein immer noch alles.
Angefangen hat alles im Jahre 1993 – also vor genau 25 Jahren. Damals war die Jugendfeuerwehr Delmenhorst zu Gast in Wellingsbüttel. Beide Jugendgruppen brachen zur ersten Nachtwanderung durchs Alstertal auf und legten somit unbewusst den Grundstein für die nächsten 24 Jahre. Schnell ging Zeit ins Land und mit den Jahren meldeten sich immer mehr Interessierte, bis die Teilnahme allen Jugendfeuerwehren im ehemaligen Direktionsbereich Ost/Nord ermöglicht wurde. Damit noch nicht genug, bekundeten auch Wehren aus dem Süden großes Interesse. Dies führte dazu, dass das Konzept geändert und auf den großen Ansturm zugeschnitten wurde. Demzufolge wurden die drei verschiedenen Routen von fünf Kilometern
Länge, wie sie noch heute immer im jährlichen Wechsel gelaufen werden, ins Leben gerufen und die Anzahl der Stationen auf die heutigen zehn festgelegt. Inzwischen nehmen jedes Jahr durchschnittlich 50 Jugendgruppen aus vier Bundesländern an der Nachtwanderung teil.
In diesem Jahr wurde zum Jubiläum ein neuer Rekord aufgestellt: 64 teilnehmende Gruppen, davon 16 auswärtige, Tendenz steigend. Das sind 724 Jugendliche, begleitet von 212 Betreuern.Beim großen Grillfest wurden dieses Jahr insgesamt 848 Bratwürste vertilgt, 27 Teilnehmer wählten die vegetarische Alternative – Tendenz ebenfalls steigend.
Damals – im Jahre 1993 – fuhren übrigens noch die alten MB SK 1224 mit FGL-Aufbau als Löschlaster durch Hamburgs Straßen. Heute gibt es im Rahmen der Neubeschaffung davon nur noch zwei im aktiven Dienst der FF Hamburg. Bald werden sie gänzlich verschwinden. Die Nachtwanderung bleibt. Und überdauert hoffentlich noch viele weitere Generationen an  Löschfahrzeugen. Ein besonderer Dank geht auch in diesem Jahr an die Bergedorf-Bille-Stiftung, die seit Jahren die Preisgelder für die Bestplatzierten getreu ihrem Namen stiftet. Auch möchten wir uns bei unseren zahlreichen Helfern bedanken, ohne die eine solch große Veranstaltung nicht möglich wäre.

(Moritz Tröster, Fotos: Dominick Waldeck)